Noch ist Serbien nicht in der Tasche. Aber wenn Hannes Ametsreiter den Poker um die Telekom Sribija gewinnt, wird es ein grosser Brocken.
Der serbische Premier Bozidar Djelic will spätestens im Frühjahr 2011 die bislang grösste Privatisierung des Landes abgeschlossen haben. Zu haben sind 50 Prozent plus eine Aktie der Telekom Sribija. Zum Interessentenkreis, der auch aussereuropäische Player beinhaltet, zählt nebst der Deutschen Telekom und der France Telecom die Telekom Austria. Deren Cher Hannes Ametsreiter hat erst zu Monatsbeginn die Komplettübernahme der weissrussischen Velcom abgeschlossen. 335 Millionen € waren für die ausstehenden 30 Prozent zu bezahlen, zuzüglich einer Erfolgsprämie von 313 Millionen € für die Verkäufer Martin Schlaff und Ead Samawi. Kommt Ametsreiter in Serbien zum Zug, muss er ebenfalls tief in die Tasche greifen. Wie die Finanzagentur Bloomberg berichet, stellen sich die Serben auf einen Privatisierungserlös von 1,5 Milliarden € ein.
Die Angebotsunterlagen sollten Bloomberg zufolge bereits zu Wochenbeginn ausgeschick worden sein, dürften demnach bei Ametsreiter schon auf dem Tisch liegen.
Eigentümer der Telekom Srbija ist zu 80 Prozent die Republik Serbien, 20 Prozent hält die griechische OTE, eine Tochter der Deutsche Telekom. „Ein lohnendes Projekt”, bescheinigt ein Telekom-Analyst. Telekom Srbija erzielt mit 9600 Mitarbeitern einen Umsatz von rund einer Milliarde €. Jeweils die Hälfte des Umsatzes steuern Festnetz inklusive Internet und Mobilfunk bei. Das Umsatzwachstum werde mittelfristig trotz sinkender Preise auf „über zehn Prozent” geschätzt. Der Gewinn (EBITDA) beläuft sich auf 450 Millionen €. Wert des Unternehmens: 2,4 Milliarden bis drei Milliarden €. In dem 7,7 Millionen Einwohner zählenden Land gibt es rund drei Millionen Festnetzkunden und sieben Millionen Handyverträge.
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